INFORMATIONEN ZUR ATEMARBEIT

Bei den alten Griechen war die Pneumalehre als Heilkunst und Philosophie bekannt. Die Pneumatiker sahen im Atem den Träger des Lebens und in seinem Versagen das Wesen der Krankheit.

Ein Beispiel:
Die Dehnung der Muskeln ( z. B. Bauchmuskulatur ) bewirkt, dass der Einatem reflektorisch in diese Region einströmt. Ist diese aber mit negativen Erinnerungen aus dem Körpergedächtnis gespeichert, so widersetzt sich der Körper mit Verspannungen der Dehnung und beeinträchtigt das Einströmen des Atems!

Atemarbeit - bzw. Atemschulung bezeichnet man den pädagogisch/therapuetischen Zugang zum Menschen über seinen Atem.
Die meisten Atemlehren haben gemeinsam, dass am "Gesunden" des Menschen angesetzt wird und der Atem über den körperlichen Aspekt ( reine Körperfunktion ) hinaus in seiner Wechselwirkung mit dem Seelischen und Geistigen des Menschen verstanden wird!
Der Atem, als Brücke zwischen Körper, Geist und Seele, gilt als Spiegelbild der Stimmungen und Gefühle.
Darum versteht man in der Atemarbeit unter Heilung nicht das Ausmerzen von Krankheitssymptomen, sondern den selbstverantwortlichen Umgang mit körperlichen und seelischen Beschwerden. Durch Wandlung der "Haltung" gegenüber diesen körperlichen und seelischen Beschwerden kann der Mensch durch Bewusstwerdung in allen Bereichen aus dem passiven Erdulden heraustreten.

Atemarbeit kann bei allen Indikationen physischer, psychischer und geistiger Natur angewendet werden.

  • Atembeschwerden (Asthma, Atemnot, chronische Atembeschwerden etc. ....)
  • Stimm- und Sprechstörungen
  • chronische Schmerzen
  • Wundheilung
  • Rücken- und Gelenkschmerzen
  • vegetative Störungen
  • psychische Beschwerden ( seelische Verstimmungen, Angstzustände etc. .....)
  • Spannungs- und Erschöpfungszustände
  • Migräne, Kopfweh
  • Herz- und Kreislaufprobleme


Möglichkeiten der integrativen Atemtherapie - Glaser/Middendorf:

  • taktiler Kontakt in Ruhe und Bewegung
  • Atemmassage
  • Bewegen / Gegenbewegung
  • Peripheriearbeit
  • Dehnübungen
  • Vokalraumarbeit
  • Hockerarbeit
  • klientenzentrierte Gesprächsführung
  • Bewegungsarbeit


Wirkungsweisen der Atemarbeit

  • Einfühlsame Behandlungsweise, um Atemblockaden zu lösen und den eigenen Atemrhythmus finden zu können, um so Wohlbefinden (Harmonie, Eutonie) anzustreben.
  • Der Körper reagiert auf Berührung über den Reflexbogen - Tonusveränderung der Muskulatur mit Anpassung der Atmung: vegetative Reaktionen.
  • Arbeit mit dem Körpergedächtnis - im Körper sind Erinnerungen gespeichert, die auf eine Berührung unwillkürlich reagieren, der Körper besitzt, so betrachtet ein Gedächtnis und reagiert aus seiner Erinnerung.
  • Atemarbeit ist eine sanfte Form der Psychotherapie. Sie beinhaltet immer die Regression. Atemarbeit ist prozessorientiertes Arbeiten.
  • Atemarbeit ist Beziehungsarbeit und bedingt aktive Stellungnahme des Patienten und Therapeuten.
  • Der Atem ist das Spiegelbild unserer Stimmungen und Gefühle. Unterdrückte Gefühle führen zu Verspannungen und Blockaden.
  • Wie Hautzonen gibt es auch Muskelzonen (Mackenzie), welche besonders bei entzündlichen Erkrankungen in Erscheinung treten.
    Erkranktes Organ = Spannungserhöhung der Muskulatur.
  • Vertiefung der Atmung regt die Durchblutung und den Lymphfluss an.

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